Verliere ich die Druckergarantie mit kompatiblen Patronen?
Was ist der Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie?
Im Alltag werden beide Begriffe oft gleich verwendet. Rechtlich sind es zwei verschiedene Dinge:
| Gesetzliche Gewährleistung | Herstellergarantie | |
|---|---|---|
| Wer haftet? | Der Händler, bei dem Sie gekauft haben | Der Hersteller des Druckers |
| Grundlage | Gesetz (in Deutschland und Österreich) | Freiwilliges Versprechen, Bedingungen legt der Hersteller fest |
| Dauer | Bei Neuwaren für Verbraucher in der Regel zwei Jahre | Je nach Hersteller und Angebot unterschiedlich |
| Worum geht es? | Mängel, die bei der Übergabe bereits vorhanden waren | Was in den Garantiebedingungen steht |
Gilt die Gewährleistung auch bei kompatiblen Patronen?
Die Gewährleistung knüpft an den Zustand des Druckers bei der Übergabe an. Hatte das Gerät schon damals einen Mangel, etwa einen fehlerhaften Motor oder eine defekte Elektronik, ändert die spätere Verwendung kompatibler Patronen daran grundsätzlich nichts. Die Gewährleistung deckt aber keine Schäden, die erst durch die Nutzung entstanden sind – egal, ob durch Original- oder Fremdmaterial.
Zeigt sich ein Mangel innerhalb eines Jahres nach der Übergabe, wird bei einem Kauf als Verbraucher vermutet, dass er schon bei der Übergabe vorhanden war – in Deutschland nach § 477 BGB, in Österreich nach § 11 VGG. Danach müssen Sie das im Streitfall selbst belegen. Die Gewährleistungsfrist selbst beträgt bei Neuwaren zwei Jahre (Deutschland § 438 BGB, Österreich § 933 ABGB).
Darf der Hersteller die Garantie verweigern?
Eine Herstellergarantie ist freiwillig. Der Hersteller bestimmt, was sie abdeckt. Viele Druckerhersteller schließen in ihren Bedingungen Schäden aus, die durch Verbrauchsmaterial von Drittanbietern verursacht wurden. Brother etwa schreibt in seinen Support-FAQ, dass die Garantie keine Fehler abdeckt, die durch nicht autorisierte Verbrauchsmaterialien entstanden sind.
Solche Klauseln betreffen – so auch bei Brother formuliert – den durch das Verbrauchsmaterial verursachten Schaden, nicht jede Reparatur. Ein Defekt am Netzteil hat meist nichts mit der Patrone zu tun. Anders ist es, wenn etwa ausgelaufene Tinte oder verschütteter Toner nachweislich ein Bauteil beschädigt hat. Lesen Sie die Garantiebedingungen Ihres Geräts, denn sie unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller.
Was sollten Sie im Garantiefall tun?
- Klären Sie zuerst, ob es sich um einen Gewährleistungs- oder einen Garantiefall handelt, und wenden Sie sich an den richtigen Ansprechpartner.
- Befolgen Sie die Einsendehinweise des Händlers oder Herstellers genau, auch was eingesetzte Kartuschen und die Verpackung betrifft.
- Beschreiben Sie den Fehler genau und bewahren Sie Kaufbeleg und Fehlermeldungen (z. B. als Foto) auf.
- Wird die Reparatur mit Verweis auf Fremdmaterial abgelehnt, fragen Sie schriftlich nach, welcher Schaden konkret durch das Verbrauchsmaterial verursacht worden sein soll.
Worauf sollten Sie bei kompatiblen Patronen achten?
Das Risiko eines Schadens ist nicht bei allen Produkten gleich. Achten Sie auf die genaue Modellangabe, eine nachvollziehbare Seitenleistung nach ISO/IEC-Norm und eine Gewährleistung des Verkäufers auf die Patrone selbst. Mehr dazu lesen Sie unter Original oder kompatibel? Wird eine neue Patrone nicht erkannt, hilft dieser Ratgeber.
Häufige Fragen
Merkt der Hersteller, dass ich kompatible Patronen verwendet habe?
Viele Drucker speichern Informationen über eingesetzte Kartuschen. Ob und wie Hersteller diese im Garantiefall auswerten, ist unterschiedlich. Maßgeblich bleibt, ob die Patrone den Schaden verursacht hat.
Haftet der Verkäufer der kompatiblen Patrone für Schäden am Drucker?
Das hängt vom Einzelfall ab. Ist die Patrone selbst mangelhaft und verursacht dadurch einen Schaden, kommen Ansprüche gegen deren Verkäufer in Betracht. Manche Anbieter geben dafür eigene Zusagen; lesen Sie deren Bedingungen.
Verfällt die Gewährleistung, wenn ich eine Originalpatrone nachfülle?
Auch hier gilt: Die Gewährleistung betrifft Mängel, die schon beim Kauf bestanden. Schäden, die durch das Nachfüllen entstehen, sind davon nicht gedeckt.
Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.
